Ca. 5% der Hunde aber auch viele Katzen leiden unter epileptischen Krampfanfällen. Bei der Epilepsie werden Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt, wodurch die typischen Krampfanfälle ausgelöst werden. Tierärzte unterscheiden zwischen 2 Formen der Epilepsie.

  1. Primäre Epilepsie: Bei der primären Epilepsie und der damit verbundenen erhöhten Erregbarkeit der Nervenzellen, handelt es sich um eine Erbkrankheit, die häufig bei bestimmten Hunderassen  (z.B. bei Golden Retriever, Labrador, Collie, Pudel, deutscher Schäferhund, Cockerspaniel, Vizla oder Beagle) vorkommt.
  2. Sekundäre Epilepsie: Bei der sekundären Epilepsie sind Grunderkrankungen (Gehirnentzündungen, Infektionen, Leber- oder Nierenerkrankungen) sowie Unfälle oder Vergiftungen die Auslöser für die epileptischen Krämpfe. Tritt ein epileptischer Krampfanfall erst nach dem 4. bzw. 5. Lebensalter auf, ist eine erworbene Epilepsie wahrscheinlich.
    Die sekundäre Epilepsie ist auch die häufigste Form, die bei Katzen vorkommt. Ursache dafür sind meist Gehirntumore oder toxische Erkrankungen.

Wie erkennt man einen epileptischen Anfall?

Typischerweise liegt der Vierbeiner bei einem Krampfanfall mit zuckenden Gliedmaßen auf der Seite und reagiert nicht, wenn er angesprochen wird. Häufig rudern sie mit den Pfoten und haben eine vermehrte Speichelbildung (Schaum vor dem Maul). Manche Tiere leiden auch an Schluckkrämpfen, bellen fiktive Gegenstände an, bewegen sich abnormal und geben während des epileptischen Anfalls Kot oder Urin ab.

Möglichkeiten und Medikamente bei Epilepsie

Epilepsie ist meist nicht heilbar. Neben der konventionellen Wirkstoffe Phenobarbital, Imeption und Diazepam, die ein hohes Nebenwirkungspotential haben und auch abhängig machen, wird Cannabidiol (CBD) begleitend oder bei therapieresistenter Epilepsie eingesetzt. Der Naturstoff CBD ist dabei deswegen von großem veterinär-medizinischem Interesse, da circa 20 bis 40 Prozent der Hunde von einer therapieresistenten Epilepsie betroffen sind.

Notfallbehandlung  durch den Tierarzt:

Diazepam

  • Wird meist intravenös oder rektal verabreicht
  • Macht müde, kann die Speichelproduktion erhöhen und die Muskelfunktion beeinträchtigen
  • Führt zu einer Abhängigkeit

Dauertherapie:

Phenobarbital

  • Achtung bei Leber, Herz- und Nierenerkrankungen
  • Nicht für kleine Hunde (< 5 kg) geeignet
  • Macht müde (Apathie) und schlaff

Imepition

  • Relativ rascher Wirkungseintritt
  • Macht müde (Apathie) und erhöht das Hungergefühl
  • Achtung bei hyperaktiven, aggressiven Hunden

Die adäquate Einstellung der Arzneistoffdosierung mittels Blutuntersuchung kann drei bis sechs Monate dauern.

Cannabidiol (CBD) –Phytocannabinoid aus Hanf

  • Nicht psychoaktiv
  • Kann appetitreduzierend wirken
  • Dosierung individuell, wird eingeschlichen, üblicherweise: 2-5 mg CBD pro kg Körpergewicht
  • Begleitender Einsatz zu konventioneller Medikation möglich
  • Keine Nebenwirkungen

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